Municipal Workshop in Brugg
"Neue Ansätze finden"

In einem eintägigen Workshop diskutierten Vertreter aus verschiedensten Bereichen über die Hürden, denen sich Gemeinden bei der Energiewende gegenübersehen. Darunter waren Vertreter aus der Solarbranche, der regionalen und lokalen Energieversorger, der kantonalen und nationalen Energieberatung und -förderung, der Immobilienbranche, der Mieterverbände, der Umweltverbände, Finanzspezialisten, Planungsjuristen, Nachhaltigkeitsspezialisten und Forscher von Universitäten und eidgenössischen Forschungsinstituten.

Ausgangslage

Grundlage für die Workshops waren von den teilnehmenden Gemeinden vorgängig erstellte "Steckbriefe", die eine ganze Reihe von Fragen zu den Themen "Leitbild und Strategieentwicklung" sowie "Dezentrale Energieversorgung / Photovoltaik" enthielten. Unter den teilnehmenden Gemeinden gibt es starke räumliche, sozio-demografische und wirtschaftliche Gegensätze aber auch grosse Gemeinsamkeiten.  Gemeinden mit ähnlichen Voraussetzungen und Merkmalen wurden während des Workshops zum Thema Leitbild und Strategieentwicklung in drei Gruppen zusammengefasst: Kleingemeinden, Agglomerations- und (ehemalige) Industriegemeinden und städtische Gemeinden.

Bezüglich vorhandener Instrumente (z.B. das Erstellen eines Energieleitbildes) und eingeleiteter Massnahmen (z.B. das Einsetzten einer Energiekommision) existieren relativ grosse Unterschiede zwischen den Gemeinden.

 

Dass die Energiewende auf Gemeindeebene aber nicht mit einer unkoordinierten Umsetzung von Einzelprojekten zu stemmen ist, zeigen die grossen Bemühungen der Gemeinden, ein bereichsübergreifendes und strategisches Vorgehen zu entwickeln und zu etablieren. So gehen viele Bestrebungen auch dahin, den Bereich Energie in einem Gesamtentwicklungskonzept zu betrachten und anzugehen.

Workshop-Diskussion

Die in der Diskussion eingebrachten Lösungsansätze und Denkanstösse lassen sich grob unter folgende drei übergeordnete Themen fassen:

  • Strategische Arbeit 

  • Kooperation und Austausch 

  • Einbindung und Interaktion mit der Bevölkerung

 

Diese Themen sind nicht als eigenständige, scharf abgegrenzte Bereiche zu verstehen, sondern als voneinander abhängige und sich zum Teil gegenseitig beeinflussende Aspekte der Energiewende auf kommunaler Ebene.

Strategische Arbeit - Wissen aufbauen und Voraussetzungen schaffen

Ein strategisches Vorgehen ist notwendig, damit einzelne Projekte nicht unkoordiniert sind oder nicht vorankommen. Zur Stärkung und zum Aufbau interner Strukturen bietet sich eine Energiekommission an, die vorhandene Ressourcen effektiv bündeln und neue Potenziale einbringen kann. Kommissionen sind leichte, agile Strukturen, die sich auch hervorragend für die interkommunale Arbeit und für die gemeinsame Nutzung von Ressourcen eignen.

 

Die Energiekommission braucht ein ausreichendes und gesichertes Budget, ein klares Aufgabenspektrum und eine starke personelle und administrative Verankerung in den verschiedenen Ressorts und in der Bevölkerung. Die Basis dafür ist eine breite politische Unterstützung durch die politischen Gremien und die Bevölkerung.


Es gibt verschiedene Finanzierungsmodelle, die auch in der strategischen Planung berücksichtigt und genau betrachtet werden sollten. Dazu gehören: Contracting, Bürgergenossenschaften, Investoren, Crowdfunding und Selbstversorgergemeinschaften.

Zusammenarbeit & Austausch - Von Erfarhrung profitieren & politischen Druck generieren

Ein strategisches Vorgehen ist notwendig, damit einzelne Projekte nicht unkoordiniert "vor sich hin dümpeln".  Zur Stärkung und zum Aufbau interner Strukturen bietet sich eine Energiekommission an, die vorhandene Ressourcen effektiv bündeln und neue Potenziale einbringen kann. Kommissionen sind leichte, agile Strukturen, die sich auch hervorragend für die interkommunale Arbeit und für die gemeinsame Nutzung von Ressourcen eignen.  Die Energiekommission braucht ein ausreichendes und gesichertes Budget, ein klares Aufgabenspektrum und eine starke personelle und administrative Verankerung in den verschiedenen Ressorts und in der Bevölkerung.  Die Basis dafür ist eine breite politische Unterstützung durch die politischen Gremien und die Bevölkerung.


Es gibt verschiedene Finanzierungsmodelle, die auch in der strategischen Planung berücksichtigt und genau betrachtet werden sollten. Dazu gehören: Contracting, Bürgergenossenschaften, Investoren, Crowdfunding und Selbstversorgergemeinschaften.

Einbezug & Interaktion mit der Bevölkerung - die gesamt-gesellschaftliche Verantwortung aktivieren

Politische Entscheidungen und gesetzliche Grundlagen, wie z.B. eine Energiestrategie, sind nur belastbar, wenn sie von der Bevölkerung mitgetragen werden. Eine vertiefte Kommunikation kann die Unterstützung, das Bewusstsein und die Sensibilisierung der Bevölkerung für das Thema Energiewende fördern. Neutrale Stellen  und faktenbasierte Ansätze können auch dazu beitragen, dass die Bevölkerung bereit ist, sich mit Zielkonflikten anzusprechen und die verschiedenen Interessen vorzunehmen. 
Informationen müssen zur Verfügung gestellt werden, damit sich Interessierte über technische Details und finanzielle Fördermaßnahmen informieren können, bevor sie eine Entscheidung treffen. Dabei muss ein Gesamtbild der Strategie geschaffen werden, das verständlich und nachvollziehbar ist. Konkrete Fragen aus der Bevölkerung müssen eingebracht und beantwortet werden.  In diesem Zusammenhang wurde in der Diskussion die Idee eines Informationszentrums bei der Gemeinde oder die Tatsache, dass verschiedene Personen in der Gemeinde als Ansprechpartner fungieren, angesprochen. Die Basis dafür ist eine gut aufbereitete kommunale Website, auf der die Bevölkerung die notwendigen Informationen und Links leicht finden kann.
Die folgenden Empfehlungen basieren auf den Diskussionen in den Workshops:
- Die Einbindung der Bevölkerung sollte bereits in der Strategiephase erfolgen, ebenso wie die Aktivierung der jungen Generation (Stichwort: Klima-Jugend) 
- Die lokale Wirtschaft kann sich als Schlüssel zum Erfolg bei der Umsetzung von Teilprojekten erweisen 
- Lokale Persönlichkeiten können als "Paten" eine Schlüsselrolle spielen.
- Die Rolle der Gemeindeversammlung muss geklärt und ggf. gestärkt werden
- Andere, interaktivere und kreativere Formen der Information und Kommunikation könnten eingesetzt werden (z.B. Visualisierung der CO2-Emissionen der Gemeinde oder ein Vergleich mit anderen Gemeinden auf der Website oder auf einer Tafel im öffentlichen Raum).
- Bereitstellung von Möglichkeiten zur aktiven Beteiligung, bei denen die Teilnehmer ihre Beteiligung als effektiv und effizient empfinden und ihre Beiträge sich in Strategien und Umsetzungen niederschlagen.

Aktionspläne - Zukunftsszenarien & nächste Schritte

Um die in der ausführlichen Diskussion aufgeworfenen und oben erwähnten Punkte und Ansätze in die Praxis umzusetzen, haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Ende des Workshops in Brugg Aktionspläne ausgearbeitet. In diesen Plänen werden bestimmte gewünschte Zukunftsszenarien und die Schritte zu diesen Szenarien formuliert

Solar Panel Farm8

Ziel Netto Null 2035

Verbindung der Leitbilder

Hilfe bei der Bereitstellung von Finanz & Zeitressourcen

Schaffung eines Klimafonds

50% Strom aus Photovoltaik bis 2040

Projekt Gränichen Solar (analog "Suhrsolar")

Erlangung des Energiestadt-Labels

Kommunales Energiekonzept mit PV-Geamstkonzept

Fachgremium "Gränichen Solar" bis Ende 2022

Schaffung einer Eneergiekomission bis Ende 2022

Funding Body

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